In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 2026 sowie in der folgenden Nacht waren in ganz Deutschland Polarlichter zu beobachten. Der Himmel war von leuchtenden roten und grünen Farbtönen erfüllt.
Das 2-Meter-Alfred-Jensch-Teleskop unter einem von Polarlichtern rötlich schimmernden Nachthimmel. Foto: Jochen Eislöffel, Thüringer LandessternwarteDieses farbenfrohe Ereignis steht im Zusammenhang mit einer starken Sonnenaktivität, die am 18. Januar stattfand: einer Eruption in der aktiven Region AR14341. Das Ereignis wurde auf der Skala zur Einstufung von Sonneneruptionen als X1.9 klassifiziert, was bedeutet, dass es erhebliche globale Auswirkungen haben kann.
Sonneneruptionen werden durch Verwindungen im konzentrierten Magnetfeld der Sonne verursacht, die sich als Sonnenflecken manifestieren. Die kontinuierlichen konvektiven Bewegungen auf der Sonne verursachen Verwindungen in den Magnetfeldern, die enorme Mengen an Energie speichern. Wenn sich ein Magnetfeld aufgrund der Sonnendynamik plötzlich neu ordnet, wird diese Energie freigesetzt, was häufig zu einem Massenauswurf führt. Die Energie erwärmt die Umgebung, verursacht intensive elektromagnetische Strahlung und beschleunigt geladene Teilchen wie Protonen und Elektronen.
Die geladenen Teilchen brauchen mehrere Stunden, um hier auf der Erde anzukommen. Da die elektromagnetische Strahlung etwa acht Minuten nach dem Ausbruch die Erde erreicht, sind die Ausbrüche relativ schnell "sichtbar". Sie werden vom Erdmagnetfeld abgelenkt und zu den Polarregionen umgeleitet. Wenn der Ausbruch stark genug ist, können die Teilchen auch Orte erreichen, die weiter von den Polarregionen entfernt sind, wie es am 20. Januar der Fall war. Deshalb konnten wir in Deutschland Polarlichter beobachten – ein seltenes Phänomen.
Die Partikel interagieren mit der oberen Erdatmosphäre und erzeugen dabei verschiedene Lichtfarben, in der Regel grün und rot (Sauerstoff) und selten violett (Stickstoff).
Autorin: Pauline Kassebeer, Schülerin am Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim, und Praktikantin an der Thüringer Landessternwarte
Zum Glück ist der Nachthimmel über unserer Sternwarte noch sehr dunkel, so dass die Polarlichter in der Nacht vom 19. auf 20. Januar 2026 gut zu sehen waren. Hier sind einige Impressionen:
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